Dynjandi Wasserfall

Der Dynjandi gilt als einer der eindrucksvollsten Wasserfälle Islands – und trotzdem verirren sich deutlich weniger Besucher hierher als zu den berühmten Attraktionen im Süden. Er liegt in den abgelegenen Westfjorden im Nordwesten von Island und stürzt spektakulär in mehreren Stufen in den Fjord Arnarfjörður.

Schon aus der Ferne wirkt Dynjandi wie ein riesiger, weiß schimmernder Brautschleier, der sich über die Felsen legt. Der Hauptfall ist etwa 100 Meter hoch und wird nach unten hin immer breiter – oben nur wenige Meter, unten fast 30 Meter. Unterhalb folgen sechs kleinere Wasserfälle mit eigenen Namen, die sich wie eine natürliche Treppe ins Tal ziehen. Zusammen bilden sie ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk aus Wasser, Fels und moosgrüner Landschaft.

Der Weg zum Wasserfall ist gut ausgebaut und auch für durchschnittlich fitte Reisende machbar. Vom Parkplatz führt ein etwa 15–20-minütiger Aufstieg nach oben. Unterwegs passiert man die kleineren Kaskaden, die jeweils eigene Fotomotive bieten. Der Pfad ist teilweise steinig und kann rutschig sein – feste, wasserdichte Schuhe sind daher sehr zu empfehlen. Je höher man kommt, desto stärker wird die Gischt, besonders an windigen Tagen.

Ein großer Vorteil von Dynjandi ist die Ruhe. Selbst in der Hauptsaison fühlt sich der Ort oft wild und unberührt an. Das Panorama über den Fjord und die umliegenden Berge verstärkt dieses Gefühl von Weite und Abgeschiedenheit. Wer gerne fotografiert, findet hier zu jeder Tageszeit spannende Lichtstimmungen – von weichem Morgenlicht bis zu dramatischen Wolken am Abend.

Dynjandi lässt sich gut in eine Rundreise durch die Westfjorde einbauen, zum Beispiel mit Start in Ísafjörður. Plane genug Zeit für die Anfahrt ein: Die Straßen sind zwar befahrbar, aber oft kurvig und langsam. Gerade das macht den Besuch aber zu einem echten Abenteuer – und Dynjandi zu einem Highlight für alle, die Islands wilde Seite erleben möchten.

Bildnachweis: Roksana Bashyrova